Der beste Geburtstag auf dem Kiez ist ein Dienstag. Klingt falsch, stimmt aber: Unter der Woche bekommt ihr Bars exklusiv, die am Samstag keinen Platz für zwölf Leute hätten, die Shows haben freie Tische, und die Reeperbahn gehört den Leuten, die hier wohnen. Wenn es doch ein Samstag sein muss – auch das geht. Nur anders.
Ein Geburtstag hat einen Vorteil gegenüber jedem anderen Anlass: Ihr habt einen Menschen im Mittelpunkt und keine Firma, die etwas vertreten muss. Deshalb kann der Abend persönlich werden. Die Frage ist nur, welchen Kiez ihr wollt – den mit Show und Sekt oder den mit Tresen und Jukebox. Beides liegt 200 Meter auseinander.
Unser Vorschlag für die meisten Gruppen zwischen acht und dreißig: ein fester Kern (Show oder Essen, reserviert), davor ein lockerer Auftakt, danach eine Bar, in der man euch erwartet. Drei Bausteine, drei Reservierungen, fertig. Alles andere ergibt sich.
So läuft der Abend
- 17:30 – Treffen am Beatles-Platz (S Reeperbahn, Ausgang Nobistor). Kein Vorglühen mit Glasflaschen – am Wochenende ab 22 Uhr Bußgeld, und die Türsteher merken sich Gesichter.
- 18:00 – Auftakt: Currywurst bei Zur Ritze Curry oder ein Bier in der Ritze selbst – beides an der Reeperbahn 140, beides kein Fototermin, sondern der Kiez.
- 19:00 – Kern des Abends: Show (Pulverfass Cabaret, Schmidt Theater, Imperial) oder Gruppenmenü (Herzblut, Freudenhaus). Tische ab 20 Personen brauchen Vorlauf und meist eine Anzahlung.
- 21:30 – Rooftop-Zwischenstopp, wenn das Budget es hergibt: Skyline Bar 20up oder clouds – Dresscode „smart casual“, Jogginghose und Cap bleiben draußen.
- 22:30 – Bar mit Platz für die Gruppe: Hamburger Berg, Hans-Albers-Platz, Friedrichstraße. Hier werden Gruppen gemocht. An der Großen Freiheit eher nicht.
- 01:00 – Wer noch kann: Karaoke (Koya, Fr/Sa bis 5 Uhr), Club (Mojo erst ab 21 Jahren!) oder Fischbrötchen am Sonntagmorgen am Fischmarkt ab 5 Uhr.
Drei Abendpläne
Tresen
ca. 40–60 € pro Person
Freundeskreis, 6–15 Leute, kein Chichi
- Auftakt in der Ritze (Reeperbahn 140), Currywurst nebenan
- Karaoke-Raum bei Koya, Hamburger Berg 6: Mindestverzehr 9,90 € pro Person je 90 Minuten, Räume bis 18 Personen, online buchbar
- Weiter am Hamburger Berg: Rosi’s, Elbschlosskeller, Silbersack – alles in 300 Metern
- HVV-Tageskarte 8,20 € statt Taxi
Show
ca. 120–160 € pro Person
Runde Geburtstage, 8–30 Leute, gemischte Gäste
- Gruppenmenü bei Herzblut St. Pauli (Menükarten ab 20 bzw. 31 Personen, Preise auf Anfrage) oder vorher in der UnFassBar im Pulverfass (Supper Club, ab 17 Uhr, auch ohne Showticket)
- Show im Pulverfass Cabaret (Do–Mo 19 Uhr, 38–79 € je nach Tag und Kategorie plus 1,80 € Gebühr; Do/So/Mo am günstigsten; Gruppen ab 10 vorher an info@pulverfasscabaret.de) oder im Schmidt (Gruppenrabatt bis 5 € pro Ticket ab 20 Personen, Option 3 Wochen)
- Absacker an der Friedrichstraße oder am Hans-Albers-Platz
- Taxi für die, die nicht mehr laufen: Grundpreis 4,50 €, 2,70 € pro Kilometer
Bar für euch allein
ca. 750 € Fixkosten plus Verzehr (Mo–Do)
20–80 Leute, die einen eigenen Laden wollen
- Rosi’s Bar, Hamburger Berg 7: exklusiv Mo–Do 18–1 Uhr, keine Raummiete, 500 € Mindestumsatz, dazu Reinigung 50 €, Türsteher 150 €, Soundsystem 50 € – verbindlich erst nach Vorkasse
- Alternative Feierei, Erichstraße 29: bis 80 Gäste, 130 € Miete plus 450 € Mindestumsatz, jeder Wochentag, DJ-Technik inklusive
- Alternative Kosmos Sankt Liederlich (bis 90, DJ-Pult, Terrasse April–November) oder Washingtonbar (keine Miete, Gäste zahlen Getränke)
- Essen davor selbst organisieren – die Bars kochen nicht
Preise sind Ab-Preise der Häuser, Stand September 2026, ohne Gewähr. Getränke, Trinkgeld und Taxi variieren mit der Laune.
Regeln, die euch sonst keiner sagt
- Glasverbot: Freitag-, Samstag- und Sonntagnacht sowie vor Feiertagen von 22 bis 6 Uhr keine Glasflaschen und Gläser auf der Straße. 20 bis 40 € Bußgeld pro Person, im Wiederholungsfall deutlich mehr.
- Waffenverbotszone rund um die Reeperbahn seit 2007 – auch Taschenmesser und Reizgas bleiben zu Hause.
- Mojo Club: Club-Nächte erst ab 21 Jahren. Wer 18-jährige Gäste dabei hat, plant etwas anderes.
- Rooftop-Bars (20up, clouds): Dresscode. Keine Jogginghose, keine Trainingsjacke, keine Basecap, kein Koffer.
- Große Gruppen an Clubtüren: Türsteher entscheiden. Unter zehn Leuten, nüchtern und ohne Kostüm kommt ihr überall rein. Darüber wird es Glückssache.
- Exklusiv gemietete Bars sind erst mit Vorkasse verbindlich. Wer die Anzahlung vergisst, hat am Abend keine Bar.
Was wir für euch machen
- Wir sagen euch, welche Bar zu eurer Gruppengröße und eurem Wochentag passt – und welche euch am Samstag um 23 Uhr nicht reinlässt.
- Wir kennen die Showzeiten, Gruppenkonditionen und Optionsfristen der Häuser und schreiben sie euch in einer Antwort zusammen.
- Wenn ihr wollt, bekommt ihr einen fertigen Zeitplan mit Adressen und Laufwegen, den ihr an alle Gäste weiterschicken könnt.
Fragen, die alle stellen
Welcher Wochentag ist der beste?
Für exklusive Bars und entspannte Shows: Montag bis Donnerstag. Für die volle Reeperbahn: Freitag oder Samstag – dann aber alles reservieren. Sonntag ist Fischmarkt-Tag und die Ritze hat ab 14 Uhr offen.
Wie weit im Voraus reservieren?
Exklusive Bars und Gruppentische ab 20 Personen: mehrere Wochen, an Samstagen länger. Shows: sobald der Spielplan steht. Karaoke-Räume: online, oft noch in derselben Woche.
Können wir Torte oder Deko mitbringen?
In gemieteten Bars meist ja, in Shows und Restaurants fragen. Konfetti ist in fast allen Clubs verboten, Bauchläden müssen an die Garderobe.
Und wenn das Geburtstagskind 70 wird?
Dann ist der Kiez sogar besser als ein Landgasthof: Show mit Sitzplatz, Essen am Tisch, Taxi vor der Tür. Die Reeperbahn hat Bordsteine, keine Treppen.
Sag uns, was ihr vorhabt. Wir sagen euch, wie es geht.
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